Der Weg der Bewegung ☄ kann bewegen

 

 

Jeder Arzt empfiehlt zu den unterschiedlichsten Diagnosen Bewegung, jeder Therapeut möchte seine Patienten bewegen, in der Politik bewegt sich einiges, oder auch nichts, je nach Betrachtungsweise und manchmal wird aus einer Demonstration eine große Bewegung. Wir leben in rasanten Zeiten, Technik von heute gilt Morgen schon als veraltet, das modernste Auto ist im nächsten Jahr schon ein alter Hut, auch Diktatoren und ihre Systeme sind nicht mehr von Dauer und selbst so eine simple Tasse Kaffee wird heute im Gehen getrunken. Ständig ist alles in Bewegung. Selbst auf dem Sektor der Bewegung, des Sports, gibt es immer wieder neue Tendenzen, zu der es auch immer die entsprechenden Schuhe gibt, damit das Bewegen auch so richtig in Bewegung kommt, sowohl beim einzelnen wie auch beim Handel. Wir bewegen uns durch Kurzmitteilungen durch riesige soziale Netzwerke, chatten selbstverständlich mit Peking oder New York, denn Rastlosigkeit gehört zum Zeitgeist und die Technik macht’s möglich. Mit bewegenden Worten werden wir zu sozialem Handeln bewegt, auch politisch wollen viele etwas bewegen und auch im Privaten wird Stillstand als tödlich angesehen. Doch wo auch immer wir darauf gestoßen werden uns zu bewegen, so bleibt doch oftmals die Frage: Wohin des Wegs?

"Die Gesellschaft ist eine Welle. Sie selbst bewegt sich vorwärts, nicht aber das Wasser, woraus sie besteht."  Ralph Waldo Emerson

In einem solch bewegt, bewegenden Raum ist es schwer auf die Bremse zu treten und Innezuhalten. Das Wort Muße ist heute fast ein Fremdwort und wer sich der Rasanz entzieht ist leicht außen vor. Gedanken werden oft nicht zu Ende gedacht, Inhalte werden verkürzt und der Konsens ist häufig wichtiger als eine längere Auseinandersetzung mit einem Thema. Auch unsere Gehirne speichern nur noch Schlagworte ab, die dann bei Bedarf bei einer Google-Suche erweitert werden. In einem solchen Informationsstrudel zu entscheiden, was wichtig für einen selbst ist und was da weniger wichtig ist, nun, das ist gar nicht so einfach. Der Trend heißt halt: immer mehr, immer höher, immer weiter. Doch so mögen Maschinen angelegt zu sein, wir Menschen sind es nicht. Denn wenn wir uns diesem Tempo hingeben, erleiden wir physische und psychische Probleme, manchmal beides. Aber nicht nur deshalb müssen wir diesem Trend Einhalt gebieten, denn so vieles, was uns wahrhaft bewegt, bedarf des längeren Nachdenkens, des Innehaltens. Keiner von uns kann den Zeitgeist völlig verändern, nun ich denke, dass das auch keiner will, denn zu anderen Zeiten gab es andere Bewegungen, na, ob die besser waren, lassen wir hier mal dahingestellt. Schauen wir auf das Heute, versuchen wir uns dem Trend der oberflächlichen Informationen entgegen zustemmen, setzen wir uns mal mit einem Thema auseinander, denken wir darüber mal intensiver nach. Wir brauchen nicht zu allem und jedem gleich eine Meinung haben, es ist durchaus in Ordnung eine Thematik für sich selbst zu sortieren und sich Schritt für Schritt zu Einsichten hin zubewegen. Auch das ist ja eine Form der Bewegung, nur halt etwas langsamer. Schaffen wir uns Inseln des Innehaltens, des Nachdenkens und Nachfühlens.

"Das Wesen der Menschlichkeit entfaltet sich nur in der Ruhe. Ohne sie verliert die Liebe alle Kraft ihrer Wahrheit und ihres Segens." Johann Heinrich Pestalozzi

 

Doch nicht nur die Turbulenzen des Alltags sind zu überdenken, auch sich selbst immer mal wieder zur Disposition zu stellen, ist äußerst notwendig. Das eigene Handeln mit intensivem Nachdenken und -fühlen in Einklang zu bringen ist oftmals mehr als nötig. Denn häufig verschiebt sich die innere Mitte in den Wirren der Belastungen, denen wir ausgesetzt sind. Mit uns selbst immer wieder in Kontakt zu kommen, ist nicht jederzeit der leichtechte Weg, doch es ist spannend und inspirierend diesen zu gehen. Ja, im Bewusstsein unseres eigenen Selbst, schöpfen wir Stärke und Energie und an dieser können dann auch andere teilhaben, so sind diese Momente des Innehaltens, der Ruhe, des auf sich selbst geworfen seins auch ein Quell der Bereicherung anderer. Natürlich hört sich das oftmals leichter an, als es denn getan ist, auch müssen manche Hürden genommen werden, die nicht immer leicht sind, doch die Resultate können sich immer sehen lassen. Schritt für Schritt auf einem solchen Weg ist die Selbst-Erkenntnis nicht weit und diese Form der Bewegung macht uns zu dem was wir sind beziehungsweise sein wollen. Machen wir uns also auf und bleiben wir in unserer Geschwindigkeit, denn  …

„In Dir muss brennen, was Du in anderen entzünden willst.“  Aurelius Augustinus 

Bild 1. Be-wegung – Quelle: kontexis.de · Bild 2: Welle der Bewegung – Quelle: kunstlinks.de · Bild 3: Innehalten – Quelle: evresi.de

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